Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Mobilen Ethikberatung im Gesundheitswesen (MEGSH) e. V. freuen wir uns zu nachfolgender Veranstaltung mit Festvortrag am 11. Juni von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr einladen zu dürfen.
16:30 Uhr
Begrüßung und Ankommen
16:40 Uhr
Grußwort Dr. Gisa Andresen, Ärztliche Geschäftsführerin der Ärztekammer Schleswig-Holstein
Grußwort Lutz Schütze, Vorsitzender der Ethikkommission für Berufe in der Pflege Niedersachsen
17:00 Uhr
Vortrag und Diskussion: Das „bloße“ Weiterleben als Therapieziel? Herausforderungen des Indikationsbegriffs bei der Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen,
Andre Nowak (UKSH, MEGSH)
18:00 Uhr
Vortrag und Diskussion: Erfahrungen aus fünf Jahren außerklinische Ethikberatung, Stephanie Wullf und Sebastian Heinlein (MEGSH)
18:30 Uhr
Gemeinsamer Austausch am Buffet
Das Programm kann hier als PDF heruntergeladen werden.
Eine medizinische Maßnahme gilt als angezeigt, wenn sie geeignet und angemessen ist, um ein vorher definiertes Therapieziel zu erreichen. Der Vortrag diskutiert basierend auf einem Fallbeispiel aus der Praxis der Ethikberatung verschiedene Antworten auf die Fragen, wann die Indikation zur Durchführung bzw. Weiterführung lebenserhaltender Maßnahmen nicht (mehr) gegeben ist, ob das „bloße“ Weiterleben des Menschen ein Therapieziel sein kann und welche Implikationen für die Ethikberatung hiermit verbunden sind. Zur Beantwortung dieser Fragen werden einschlägige Entscheidungen aus der Rechtsprechung herangezogen sowie verschiedene Positionen unter den Gesichtspunkten von Fürsorge, Autonomie und Gerechtigkeit analysiert.
Andre Nowak ist Geschäftsführer der Klinischen Ethikkomitees am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein an den Standorten Kiel und Lübeck. Er erhielt den Nachwuchspreis für den besten Vortrag auf der Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) 2025.
Die Ärztekammer Schleswig-Holstein vergibt zwei Fortbildungspunkte.

Gerne möchten wie Sie anlässlich des fünfjährigen Bestehens der MEGSH auf unsere Veranstaltung mit zwei Festvorträgen aufmerksam machen. Eine Einladung mit Programm folgt:
Weitere Informationen finden Sie hier.
Die beiden Vorstandsmitglieder Stephanie Wullf und Sebastian Heinlein vertreten die MEGSH auf dem laufendem 3. Pflegeethikkongress in Göttingen. Der Kongress widmet sich drei zentralen pflegeethischen Prinzipien: »Dialog – Verantwortung – Haltung«. Mit über 200 Teilnehmenden aus Pflegepraxis, Ethikarbeit und Wissenschaft ist der Kongress ein großer Erfolg.
Mit ihrem Vortrag zu »ethischen Herausforderungen in der Versorgung von ME/CFS-Erkrankten« (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome) konnten Stephanie Wullf und Sebastian Heinlein einen Beitrag zur aktuellen Debatte um eine im Gesundheitswesen lange bestehende und nun in ihrem ganzen Ausmaß allmählich sichtbar werdende Problematik leisten. Die angemessene Versorgung von ME/CFS-Erkrankten ist sowohl im Einzelfall als auch gesellschaftlich eine immense Herausforderung und stellt viele Grundüberzeugungen in Frage.
Der Kongress wird von der Ethikkommission für Berufe in der Pflege Niedersachsen gemeinsam mit dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen, der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) – der Fachgesellschaft für Ethik im Gesundheitswesen –, sowie dem Pflege- und Pflegefunktionsdienst der Universitätsmedizin Göttingen ausgerichtet.
Wir danken den Veranstaltenden für den fachlich und menschlich spannenden Austausch.
Die moderne Onkologie bietet heute ein breites Spektrum an hochentwickelten Therapiemöglichkeiten, die die Überlebenszeit und auch die Lebensqualität vieler Patientinnen und Patienten deutlich verbessern können.
Gleichzeitig stellen sich jedoch zunehmend Fragen nach den Grenzen des medizinisch Machbaren. Wann ist eine Therapie sinnvoll – und wann möglicherweise belastender als hilfreich? Dieser Vortrag beleuchtet aktuelle onkologische Therapiekonzepte, diskutiert die Herausforderungen der Therapiebegrenzung und setzt sich mit den ethischen Fragestellungen auseinander, die die Betroffenen und Ihre An- und Zugehörigen sowie das Behandlungsteam gleichermaßen fordern.
Dr. med. Merwe Carstens ist Chefärztin der Klinik für Hämatologie und Onkologie sowie Palliativmedizin in den Sana Kliniken Lübeck. Seit 2015 ist sie Vorsitzende des klinischen Ethikkomitees. Merwe Carstens ist ausgebildete Ethikberaterin im Gesundheitswesen (nach Vorgaben der Akademie für Ethik in der Medizin), Koordinatorin für Ethikberatung und führt als Trainerin für Ethikberatung Kurse zur Ausbildung von Ethikberatern im Gesundheitswesen durch.
Fortbildungspunkte werden bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein beantragt. Im Anschluss an die Veranstaltung findet ab 18 Uhr die Mitgliederversammlung der MEGSH statt. Sie können hierzu im selben Video-Konferenz-Raum verbleiben.
14.November 2025, 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr
Online per Microsoft Teams. Den Link erhalten Sie nach Anmeldung bei kontakt@megsh.de

Kommen Sie mit uns ins Gespräch! Die MEGSH e. V. wird auf dem Hospiz- und Palliativtag am 6. September in Husum sowie auf dem Fachtag der Steinburger Palliativtage am 17. September in Itzehoe jeweils mit einem Stand präsent sein.
Zudem weisen wir gerne auf den Vortrag unseres Mitglieds Kathrin Maass-Gehrt auf dem Fachtag in Itzehoe hin: »Wie erkenne ich den Willen der PatientInnen und setze ihn durch?«
Dank an die Mitglieder, welche mit ihrem Engagement für die MEGSH e. V. stehen.
Wir freuen uns auf einen Podcast mit unserem Mitglied PD Dr. Annette Rogge hinweisen zu können: Im Pflege-Podcast »Ein konstruktives Gespräch« greift sie das Phänomen moral distress auf und stellt dessen Bedeutung für den beruflichen Alltag im Gesundheitswesen dar. Ethikberatung kann hierbei eine Unterstützung sein. Der Umgang mit moral distress ist einer der Beweggründe zur Schaffung der Mobilen Ethikberatung im Gesundheitswesen für Schlesiwg-Holstein (MEGSH) e. V. gewesen.
Mit moral distress wird eine psychische Reaktion auf moralisch herausfordernde Situationen beschrieben, die durch äußere Zwänge, moralische Konflikten und/oder moralischer Unsicherheit bedingt sein kann.
Moral distress hat direkte Auswirkungen für die Betroffen: Er kann im Hinblick auf die Psyche zu Hilfslosigkeitsgefühl, mangelndem Selbstwertgefühl oder Alpträumen führen. Moral distress kann sich auf emotionaler Ebene durch Zorn, Frustration, Schuldgefühlen und Angst zeigen. Sowie sich auf körperlichen Ebene mit Herzklopfen, Durchfall und Kopfschmerzen äußern.
In letzter Konsequenz kann andauernder und sich verstärkender moral distress zu Empathieerschöpfung (coolout) und Burnout (emotionale, psychische und körperliche Erschöpfung) führen. Dies sind zwei der häufigsten Gründe für eine Berufsausstieg in der Pflege. Moral distress wurde erstmalig 1984 durch Jametown für beruflich Pflegende beschrieben. Kann aber alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen betreffen.
Der Link zur Podcast-Folge:
Weiterführende Literatur:
Fourie C (2015) Moral Distress and Moral Conflict in Clinical Ethics. Bioethics 29:91–97. https://doi.org/10.1111/bioe.12064
Wöhlke S (2025) Zur Relevanz von moralischem Stress im pflegerischen Alltag und der Notwendigkeit für moralischen Mut. In: Riedel A, Linde A-C (Hrsg) Ethische Reflexion in der Pflege: Konzepte – Werte – Phänomene, 2nd ed. 2025. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg
Die häufige Fehl- und Unterversorgung von an Myalgischer Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS) Erkrankten verschärft ethische Fragestellungen nicht nur für die Betroffenen und Ihr Umfeld. Die Behandelnden und Pflegenden stehen vor schweren Fragen: Wie mit der diagnostischen Restunsicherheit umgehen? Wie kann in der belasteten therapeutischen Beziehung wieder Vertrauen aufgebaut werden? Wie können wir eine Unterstützung sein, wenn unsere üblichen Möglichkeiten die Betroffenen schaden? Wie können Hoffnungslosigkeit und aufkommende Todeswünsche der Erkrankten adressiert werden? Wie können wir die Selbstbestimmung sichern, wenn uns das Gegenüber durch die eingeschränkte Kommunikation verloren geht? Überwiegt der mögliche Schaden oder Nutzen bei individuellen Heilversuchen und verbreiteten Medikamentenunverträglichkeiten? Wie können wir unter dem Aspekt der Gerechtigkeit die aufwendige Versorgung integrieren und leisten? Die Ethikberatung möchte in der Suche nach verantwortbaren Wegen eine Unterstützung sein.
ME/CFS ist eine schwere neuroimmunologische Multisystemerkrankung. Durch die COVID-19-Pandemie hat sich die Zahl der Erkrankten stark erhöht. ME/CFS-Erkrankte leiden unter einer ausgeprägten Zustandsverschlechterung ihrer Symptome nach geringer körperlicher und geistiger Belastung (post-exertionelle Malaise, PEM). Dazu gehören eine schwere Fatigue (krankhafte Erschöpfung), kognitive Störungen, ausgeprägte Schmerzen, eine Überempfindlichkeit auf Sinnesreize und eine Störung des Immunsystems sowie des autonomen Nervensystems. Ca. ein Viertel der Erkrankten hat einen schweren Verlauf, welcher zu Bettlägerigkeit führt und ggf. eine künstliche Ernährung erforderlich werden lässt.
Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e. V.
Postinfektiös Erkrankte Schleswig-Holstein (PiErSH)
D-A-CH-Konsensus-Statement zu ME/CFS
Versorgung von Patient*innen mit schwerem oder sehr schwerem ME/CFS

Wir weisen gerne auf eine Poster-Veröffentlichung unseres Mitglieds Palliativnetz Travebogen hin. Das Ethikkomitee Travebogen hatte auf dem diesjährigem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ein Poster zur »partizipativen Werte- und Haltungsfindung am Beispiel der Beihilfe zur Selbsttötung« vorgestellt:
Bei schwerer Erkrankung und am Lebensende sind Todeswünsche häufig. Selten äußern Patient:innen die Absicht sich selbst zu töten und bitten dabei um Hilfe. Der Umgang mit herangetragenen Wünschen nach Beihilfe zur Selbsttötung kann eine herausfordernde Situation sein.
Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. empfiehlt, dass Mitarbeitende und Institutionen der Hospizarbeit sowie Palliativversorgung die eigene Haltung zum Themenkomplex reflektieren. Neben der individuellen Positionsklärung sollen Mitarbeitende an der Entwicklung einer institutionellen Haltung zum Thema Beihilfe zur Selbsttötung mitwirken. Auf Basis dieser Empfehlungen wurde ein partizipativer Ansatz entwickelt, um die Mitarbeitenden in diese Haltungsfindung und -entwicklung zu integrieren.
In einem ersten Schritt wurden 2021 von einer organisationsinternen multiprofessionell besetzten Arbeitsgruppe mögliche Positionen zum assistierten Suizid im eigenen Arbeitsbereich ausgelotet und in einem Positionspapier zusammengeführt. Im zweiten Schritt wurden seit 2022 fortlaufend einrichtungsinterne Schulungen zum »Umgang mit Todeswünschen« (adaptiert nach Kremeike und Voltz) aller Mitarbeitenden mit Kontakt zu Patienten und Patientinnen im Umfang von zwei Tagen durchgeführt. Aufbauend auf diesen Vorarbeiten wurde ein einrichtungsinternes Befragungsinstrument zur Ermittlung der persönlichen Einstellung zum Themenkomplex erstellt, welches 2023 als Grundlage einer freiwilligen und anonymisierten Online-Umfrage unter allen Beschäftigten der Organisation diente. Die Fragen gliederten sich in die drei Bereiche: Bedeutung und Auswirkung auf die eigene Tätigkeit, denkbare eigene Handlungen sowie Entwicklungsmöglichkeiten.
An die MEGSH wenden sich ebenfalls Menschen, die für sich selbst einen Sterbewunsch formulieren oder an die ein solcher im persönlichen oder beruflichen Umfeld herangetragen wurde. Auf der letzten Mitgliederversammlung wurde darüber diskutiert, inwieweit wir selbst einen Prozess zur Haltungsfindung in der Ethikberatung benötigen.
Wir freuen uns, dass unser Mitglied Hospizinitiative Eutin e. V. mit einem eigenem Ethikberatungsangebot vor Ort gestartet ist:
https://hospizinitiative-eutin.de/ambulante-ethikberatung.html
Mit Wiebke Kayser-Bauch, Anette Müller, Klaus Häring und Alexandra Schmidt bieten vier zertifizierte Ethikberatende Unterstützung bei ethisch schwierigen Situationen am Lebensende im Raum Eutin an.
Das Angebot einer Ethikberatung ist Ausdruck guter Fachlichkeit in Palliative Care, wie sie u. a. in der S3 Leitlinie Palliativmedizin empfohlen wird, und Zeichen eines großen hospizlichen Engagements.
Die Vernetzung mit und Förderung von lokalen Ethikberatungsangeboten ist ein wichtiges Anliegen der Mobilen Ethikberatung im Gesundheitswesen für Schleswig-Holstein (MEGSH) e. V.

Bei ethischen Konflikten führt die Rede vom richtigen und falschen Handeln häufig in die Irre. Stattdessen geht es oftmals darum, die Verantwortung für die eigenen Entscheidungen tragen und vertreten zu können. Die Bedeutung von Vertrauen in die eigenen ethischen Überzeugungen soll hierbei näher betrachtet werden.
Als Fortbildungsangebot im angewandten Feld der Ethikberatung haben Dr. Nele Röttger, Prof. Alfred Simon, Prof. Ralf Stoecker und Dr. Johanna Wagner das Philosophische Coaching entwickelt. Ziel dieses Angebots ist es, Raum für einen ethisch-philosophischen Austausch zu schaffen, argumentative Zusammenhänge nachzuvollziehen, ethische Kenntnisse zu vermitteln sowie die eigenständige systematische Reflexionsfähigkeit weiterzuentwickeln.
Dr. Nele Röttger ist Gesundheits- und Krankenpflegerin, promovierte Philosophin und zertifizierte Ethikberaterin (AEM). In ihrer Arbeit an der Universität Bielefeld hat sie zum Konzept der Selbstachtung und den Grundlagen der angewandten Ethik geforscht. Aktuell beschäftigt sie sich mit den Grenzen medizinischen Wissens und der Frage, worin medizinische Expertise besteht, sowie mit der Vermittlung von philosophischen Kompetenzen im Gesundheitswesen.
29. November 2024, 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Hörsaal der Pharmakologie, Hospitalstr. 4, Haus U 37
https://www.pharmakologie.uni-kiel.de/de/institut/anfahrt
Im Anschluss an die Veranstaltung findet ab 18 Uhr die Mitgliederversammlung der MEGSH statt. Zwischen den Veranstaltungen besteht die Möglichkeit für Austausch und Stärkung am Buffett. Zur besseren Planung bitten wir um eine kurze Anmeldung unter kontakt@megsh.de